Mittwoch, 22. November 2017

Moulay Bousselham - Sebta (Ceuta) SPANIEN

133. Tag, Samstag 12. März

Bevor es weitergeht, gehen wir nochmals zum Strand, um die Hunde noch einmal ausgiebig toben zu lassen. So schön, ihnen dabei zuzusehen!












Auch heute fahren wir einen Teil der Strecke über die Autobahn entlang der Küste, denn über die Nationalstraße wäre es wieder ein größerer Umweg. Alternativ hätten wir auch einen Abstecher über Tetouan machen können - aber mir ist nicht mehr nach einem weiteren Abenteuer. Er denkt natürlich anders darüber...




Nachmittags kommen wir an die Grenze. Hier gibt es dann ein bisschen Stress, weil wir an dem vorgesehenen Posten, der die Pässe mit dem Ausreisedatum abstempeln soll, vorbeifahren. Der Beamte dort tut derart desinteressiert, dass wir annehemen, erst der nächste Posten werde das erledigen. Doch dann gibt es plötzlich großes Geschrei: ein selbst ernannter Deutsch sprechender Guide und ein marokkanischer Grenzbeamter, rennen uns hinterher und fordern ihn auf, mit den Pässen zurück zum ersten Posten zu gehen und den Düdo erst einmal auf einem Parkstreifen abzustellen. Jetzt werden die Papiere besonders sorgfältig geprüft und alles akribisch notiert, bevor wir zum Zoll weitergeschickt werden. Doch hier werden wir dann einfach durchgewunken. Jetzt sind wir in Spanien - noch in einer Enklave auf dem afrikanischen Kontinent, aber es ist Spanien!

Es ist noch hell, als wir in Ceuta Stadt ankommen. Wir verfahren uns erst einmal wieder, aber unsere Stimmung ist im Unterschied zum letzten Mal entspannt und wir finden dann doch noch relativ leicht  "unseren" Stellplatz, wo wir auf der Hinfahrt die Havarie mit dem Laternenpfahl hatten. Diesmal gibt es dort viel freie Parkplätze und so kann der Düdo längs statt quer eingeparkt werden - quer wäre er mit dem nun wieder reparierten Gepäckträger sowieso zu lang gewesen.

Ich mache mich dann zu Fuß auf den Weg ins Zentrum, um ein paar erste dringliche Einkäufe zu erledigen: Schinken, Käse - und Whiskey! Alles nicht so einfach bzw. gar nicht zu bekommen in Marokko.





Montag, 20. November 2017

Lac de Sidi-Boughaba - Moulay Bousselham

132. Tag, Freitag 11. März

Ruhig beginnt der Morgen, idyllisch mit Blick auf den See. Die Hunde dürfen im Eukalyptuswald frei laufen - ich hoffe, dass sie nicht auf die Wildschweine treffen, deren Spuren wir gestern hier entdeckt haben. Aber nein, es sind nur jede Menge Wasservögel hier im Reservat, auch viele Flamingos, die wir am anderen Ufer beobachten können. Ihm gefällt es hier ausnehmend gut, auch der freie Stellplatz ist so ganz nach seinem Geschmack. Wir lassen es deshalb langsam angehen, denn die heutige Etappe ist nicht so lang und führt über die Autobahn.





Als er draußen auf einem umgestürzten Eukalyptusbaum sein Frühstück einnimmt, das heißt Kaffee und Zigärrchen, wird er von einem Mann, der in seinem Eselskarren etwas Müll einsammelt, darauf aufmerksam gemacht, dass wir hier nicht über Nacht stehen durften. Das wussten wir nicht, sagt er. - Doch, das stehe auf dem Schild am Eingang zum Naturpark. Naja, für eine Nacht... nicht so schlimm.


Nach und nach treffen dann auch wieder andere Besucher ein. Marokkaner, die hier zum Picknicken kommen oder Musik machen, Gitarre spielen. Und ein Australier (sagt er, natürlich ist er auch Marokkaner, lebt aber inzwischen in Australien), der uns alles mögliche erzählt, sich ziemlich wichtig macht und uns damit den nötigen Antrieb für die Weiterfahrt schafft.

In Kenitrá findet gerade ein Souk statt. Er macht sich auf die Suche nach einem Kochaufsatz für unsere in Ouzoud neu erworbene Gasflasche und kommt tatsächlich erfolgreich damit und außerdem noch zwei frischen Baguettes zurück - die gibt es hier nicht so häufig. Meist nur Fladenbrot.

Die Fahrt über die Autobahn nach Moulay Bousselham ist ziemlich langweilig aber schnell. Wir fahren als erstes in den Ort und gehen alle zusammen ans Meer, wo Farah und Leon wieder ihre tollen Runden über den Strand drehen können.











Danach fahren wir zum Camping Flamant Loisiers. Hier geht es mir zugegebenermaßen besser als freistehend unter den Fittichen der Securité oder ganz allein in einem Eukalyptuswald an einem See im Naturschutzgebiet...








Sonntag, 19. November 2017

Oued Zem - Rommani - Rabat - Lac de Sidi-Boughaba

131. Tag, Donnerstag 10. März

Direkt nach dem Aufwachen starten wir den Düdo und fahren wieder zu unserem Park zum Waschen, Kaffeetrinken und Hundespaziergang.

Weiter geht es nach Rommani. Wir haben es in keiner allzu guten Erinnerung von unserer ersten Reise, als wir hier auf einem dunklen Parkplatz übernachtet haben. Aber bei Tag ist es sogar noch schlimmer: Abfall und zersplittertes Glas, soweit die Hundepfoten treten. Den gleichen Weg möchte ich nicht zurück gehen und verlaufe mich dann auch noch... Ich werde ziemlich panisch, weil ich am Ende nicht mehr weiß, in welcher Richtung ich den Bus suchen soll... Irgendwann habe ich natürlich doch noch zurück gefunden, aber mein Stimmungsbarometer schlägt eindeutig nicht mehr für Marokko. Der Norden ist fürchterlich, und seine Idee, öfter frei zu stehen, stresst mich hier total.



Wir fahren weiter, durch Rabat, die Königsstadt. Auf der Avenue Mohammed VI finden wir sowohl eine Patisserie mit seine leckeren Keksen als auch eine Cava de Puros mit Habanas. Wie schön für ihn! Ansonsten ist hier eine komplett andere Welt: Alle Luxusbotschaften aller Länder  säumen die Avenue, gut gesichert und bewacht. Kulturschock!
 

Unser weiteres Ziel ist ein Naturpark in der Nähe des Meers, Parc de Sidi Boughaba. Wir kennen ihn von der Hinfahrt vor drei Jahren. Er fand es toll damals, ich ein bisschen unheimlich, total allein im Eukalyptuswald. Doch diesmal ist zunächst jede Menge Jungvolk in Golfs und Mercedes hier, die laute arabische Disco-Music hören und uns damit ganz schön nerven. Doch als die dann nach Sonnenuntergang nach und nach verschwinden, stehen wir wieder allein hier...













Samstag, 18. November 2017

Ouzoud - Azilal - Beni Mellal - Oued-Zem

130. Tag, Mittwoch 9. März

Abreise. Wehmut...

Wir werden nicht, wie ursprünglich geplant, über Ait Attab fahren, weil alle berichten, dass die Straße sehr beschädigt ist und dass durch Bauarbeiten lange Wartezeiten entstehen.

Nach einer frühen Mittagsrunde mit Renate und Raza geht es also wieder los. Bekannte Strecke, der Stausee Bin el Ouidane ist blauer als jemals zuvor.






In Beni Mellal gehen wir nochmals zu Acima, um ein paar Basics einzukaufen, und dann schauen wir schon mal langsam nach einem Stellplatz. Wir fahren an "unserer" Africaa Tankstelle vorbei. Aber hier wollen wir nicht wieder übernachten, es ist auch noch ziemlich früh für eine Stellplatz. Auf freier Strecke finden wir allerdings wie immer gar nichts, also suchen wir in den Ortschaften und Städten. Doch auch hier Fehlanzeige. Vor Oued Zem meine ich, dass es hier jetzt langsam klappen sollte, denn danach liegt erst einmal länger keine Stadt mehr auf unserer Strecke. Und tatsächlich, wie für uns gemacht: Eine große parkähnliche Grünanlage mitten in der Stadt mit einem praktischen Parkplatz! Hier können wir bleiben. Denken wir. Und machen es uns nach einem Spaziergang durch den Park gemütlich im Bus. Doch kurze Zeit später klopft es: Zwei Beamte von der Securité fragen, ob wir hier übernachten wollen. Ja, ob das ein Problem sei? - Nein, aber sie möchten unsere Papiere sehen und geben uns dann zum Abschied noch ihre Polizei-Notrufnummer an, falls etwas sei...

 





Eine Weile bleibt es ruhig. Dann klopft es wieder. Ein weiterer Beamter der Securité meint nun, es sei zu unsicher hier und zu unserer eigenen Sicherheit möchten wir ihm folgen, wir könnten auf dem Gelände der Securité übernachten. Was bleibt uns übrig? Ein trister Platz in einer dunklen Seitenstraße, überwacht nicht nur von der Securité sondern auch von einem äußerst wachsamen Hund, der die halbe Nacht lang bellt.


Einer der wenigen Orte, von denen es kein Standplatzfoto gibt!