Freitag, 10. November 2017

Paradis Nomade - Sidi Kaouki

122. Tag, Dienstag 1. März 2016

Bevor wir heute fahren, besuche ich noch die Fraueninitiative d'Argane Tamaynoute und kaufe dort Arganöl und Safran als Mitbringsel für zuhause. Um mich von ihr zu verabschieden, treffe ich hier auch Fatima Imch, die Schwester von Aguida, die ich besonders mag, auch wenn wir keine gemeinsame Sprache haben.



Auch von Barbara und Manfred verabschieden wir uns - hier mag ich besonders Manfred in seiner ruhigen und unaufgeregten Art - während Barbara ein bisschen krabitzig ist, wie wir beide finden...

Dann noch ein kleiner Einkauf in Agadir bei Carrefour Dakhla und "Le Mini Pain", hier gibt es seine leckeren Mandelkekse, davon kommt ein Vorrat mit auf die weitere Reise.

Unsere Straße führt zunächst an der Küste entlang. Einmal machen wir Halt neben einem großen Camping am Atlantik für einen Hundespaziergang am Strand und noch für einen weiteren, als die Route ins Landesinnere abzweigt, auf einer Anhöhe von 350 Metern mit weitem Panoramablick über das Meer.










Nach der langen Tagesetappe von etwa 190 Kilometern sind wir am späten Nachmittag in Sidi Kaouki. Der weite Sandstrand wird von einem Rudel wilder Hunde dominiert. Wir versuchen Abstand zu halten, wer weiß, wie territorial sie sich gegenüber uns Eindringlingen verhalten. Aber irgendwann hat die Meute uns doch entdeckt und verfolgt uns, nachdem Leon einen ausgelassenen Lauf über den Strand gemacht hat. Doch alles geht gut, ich baue mich hoffentlich ein bisschen bedrohlich vor dem Rudel auf und rufe Leon zurück, aber der lässt sich gar nicht beeindrucken und nimmt seinerseits die Verfolgung auf, als die Hunde weiter rennen. Farah hält sich vorsichtig zurück.
Ich kann in dem Rudel nur Rüden erkennen, anscheinend sind sie auch kastriert. Ob sich hier Tierschützer darum kümmern? Leon jedenfalls ist glücklich heute...

Jay, Leinen los! Ein Super Strand zum Rennen! So viele Hundekumpels - und ich bin der Schnellste! Los, kriegt mich doch!!! Und jetzt eine Kehrtwende, damit habt ihr nicht gerechnet! Toll, das macht Spaß nach der langen Fahrt...








Mittwoch, 8. November 2017

Paradis Nomade 8

121. Tag, Montag 29. Februar 2016

Der heutige Spaziergang führt mich entlang des Flussbetts bergan und durchs Dorf zurück. Dort kommen mir drei Frauen entgegen, eine von ihnen grüßt mich besonders freundlich lachend und näherkommend, erkenne ich Fatima, meine Freundin vom letzten Aufenthalt, mit der ich aber keine Sprache teile, nur die der Sympathie... Wir begrüßen uns herzlich mit Küsschen und sie lädt mich mit Zeichensprache ein, nachmittags das Haus ihrer Schwester Aguida zu besuchen.


Der Einladung folge ich gerne - ich treffe dort Aguida, ihre Mutter, ihren Bruder Hassan und zwei Neffen an. Gastfreundlich wird mir Tee, Brot mit Honig und Olivenöl angeboten, alles natürlich selbst hergestellt. Wie beim letzten Mal wird alles nach draußen getragen, weil die Hunde nicht ins Haus dürfen und ich sie nicht allein vor der Tür warten lassen möchte. Fatima ist nicht da, schade, sie arbeitet inzwischen in der Frauenkooperative. Vielleicht kann ich sie dort morgen treffen, bevor wir weiterfahren.

 

Paradis Nomade wird sich leeren, es war zwischenzeitlich sehr voll: Ein Riesenwüstenschiff: Big Toy mit Holländern, dann die Globetrotter und Reisebuchautoren Erika und Klaus Därr, ein Schweizer Paar und ein alleinreisender netter Franzose im Yoghurt, Barbara und Manfred - und wir. Es wurde schon eng auf dem kleinen Platz.









Sonntag, 5. November 2017

Paradis Nomade 4 - 7

117. - 120. Tag, Donnerstag 25. - Sonntag 28. Februar

Die Tage vergehen mit Spaziergängen ins Dorf Tamaynoute, oder in die umgebende karge Natur bis weit in eine Schlucht hinein, wo der Fluss entspringt, sehr einsam. Oder mit einer Fahrt nach Agadir, um dort unsere Vorräte aufzufüllen, denn hier gibt es praktisch keine Einkaufsmöglichkeiten.













Einmal komme ich bei meinen Streifzügen an drei toten Wildschweinen vorbei, die in einen Graben geworfen wurden. Barbara meint später, dass es in Marokko viele davon gebe. Weil sie die Felder verwüsten und das wenige, was dort wächst, auffressen, werden sie gejagt. Aber nicht gegessen, natürlich, Schweine sind 'unrein'. Manchmal allerdings doch, meint sie...









Die Stimmung zwischen ihm und mir ist wechselnd, einmal flammt der alte Streit wieder auf und auch unser Dauerthema Einparken und Einweisen sorgt für eine Eskalation. Doch dann entspannt sich alles wieder. Insgesamt sind unsere Nerven wohl ein bisschen angespannt in dieser Phase unserer Reise...






Paradis Nomade 3

116. Tag, Mittwoch 24. Februar

Wir freunden uns mit unseren Nachbarn an, Manfred und Barbara, die mit einem Toyota Landcruiser unterwegs sind, nicht zum ersten Mal in Marokko. Sie ist Ethnologin und außerdem erfahrene "Hundefrau". Zuletzt hatten die beiden eine marokkanische Straßenhündin, die vor einem halben Jahr gestorben ist. Jetzt sind sie hier, um erneut eine marokkanische Hündin zu adoptieren. Dazu sind sie mit einer Tierschutzorganisation in Agadir in Kontakt, die Straßenhunde rettet und sie für eine Adoption ins Ausland vorbereitet - Impfung, Tollwut-Titer, usw. Die beiden haben schon ihre neue Traumhündin gefunden, aber müssen noch warten, bis alle Formalitäten erledigt sind.






Paradis Nomade 2

115. Tag, Dienstag 23. Februar

Ein ruhiger Tag. Die Stimmung ist wieder anders - alles nicht so schlimm, meint er...
Spazieren, Kochen, nichts weiter.


Mittwoch, 1. November 2017

Tafraoute - Ammelntal - Agadir - Paradis Nomade

114. Tag, Montag 22.Februar

Als ich vom Morgenspaziergang zurück komme, merke ich an seiner Stimme, die Stimmung ist gekippt. Und dann bekomme ich eine Abrechnung über das, was sich in den letzten Wochen bei ihm angesammelt hat. Ich hätte zu vielem einfach nur nein gesagt, zu der antiken Ziegenhaardecke, die er in Foum Zguid kaufen wollte, zu den gelben Berberschuhen in N'Kob und noch andere Dinge - habe sie schon wieder verdrängt.




Wieder Schweigen auf beiden Seiten. Die Fahrt führt erneut durch großartige Landschaften, aber auch durch Städte. In einer hält er bei einer kleinen Werkstatt an und lässt einen schon länger geplanten Ölwechsel durchführen. Zum Mechaniker Mohammed in Tafraoute sind wir ja nicht mehr gefahren.














In Agadir will er dann noch bei Marjane einkaufen - eigentlich ist es schon sehr spät, aber ich sage nur noch ja. So fahren wir danach weiter in der Dunkelheit zum Camping Paradis Nomade, den wir von der letzten Reise kennen, über eine uns unbekannte Strecke. Aber dank Navi kommen wir doch an und bekommen auch noch einen schönen Stellplatz an der Mauer als 3. Fahrzeug auf dem kleinen Platz.